1. Hotzenblitz - Treffen in Dogern

bei Waldshut an der Schweizer Grenze am 27. + 28. August 2004

Es kamen 25 "ROTE" 

und Herr Flore aus Bielefeld brachte seinen "BLAUEN" mit. "na - ja"

Es war ein super Fest. 

Danke an alle Mitwirkenden.

 

Der Bericht von Herrn Benz aus Offenburg zum 1. Hotzenblitztreffen

Und es funktioniert doch !

Es ist Freitag, der 27.08.2004, die Uhren stehen auf 18.00 Uhr, wir vor der Gemeindehalle in Dogern und strahlen wie die Honigkuchenpferde. Nicht nur weil jetzt endlich ein langes Jahr des Wartens vorüber ist, weil wir uns endlich zum 1. Hotzenblitztreffen versammelt haben, sondern vor allem, weil sich uns ein einmaliger Anblick bietet. Vor uns stehen im Halbkreis 16 Hotzenblitze, mit Stoffverdeck oder Hardtop, mit festen Türen oder mit Persenning, alle angemeldet und fahrbereit und alle in ihrem typischen leuchtenden Rot. Alle? Nein, einer ist tatsächlich Blau. Nach anfänglicher Verwunderung und der einen oder anderen obligatorischen Stichelei, wird auch er ebenso herzlich und warm von unseren Gastgebern, Robert, Jenny und Felix Lohrer mit Ihrem Team, begrüsst. Bereits in den ersten Minuten können wir erahnen, dass uns in den nächsten Tagen einmaliges geboten wird. So werden wir erleben, dass ein Hotzenblitz auch als Bar eine gute Figur abgibt, dass der Bürgermeister persönlich den Verkehr für den Hotzenblitz regelt, dass der SWR erst mit einem Radioteam und dann am Samstag sogar mit einem Fernsehteam anrückt und das einzige Gewitter, das wir erleben, Blitzlichtgewitter der vielen Fotografen ist.

Doch noch einmal zurück zum Freitagabend. Was vor ziemlich genau einem Jahr mit einer Ankündigung begann, ist nun  Realität, das 1. Hotzenblitztreffen in Dogern. Und es wird sehr schnell klar, welch grosse Sehnsucht nach einem solchen Treffen bestand. Da werden Strecken von 600 km mit dem Hotzenblitz zurückgelegt, wohl gemerkt auf seinen eigenen vier Rädern, da kommen Fahrzeuge auf dem Anhänger aus Hamburg, aus Dresden, aus Nürnberg, ja aus der ganzen Republik. Der Älteste Fahrer kommt mit Zelt im Gepäck und die DLR aus Stuttgart mit einem Forschungsfahrzeug. Natürlich beginnen sofort die Fachsimpeleien, die Fragen, die stolze Präsentation umgesetzter Verbesserungen oder auch das Austauschen von Erlebnissen mit dem eigenen Hotzi. Und mitten drin Robert Lohrer, der sich mit Leib und Seele für den Erhalt der Fahrzeuge einsetzt, dem das Herz hüpft bei solch einem Anblick und der nur noch murmeln kann: „Was habe ich da angerichtet?“.  Nach dem Begrüssungsschluck, einigen Fotos und dem ersten Kennen lernen, fahren wir mit dem Bus zur Brauereibesichtigung nach Waldhaus.

Um es vorneweg zu nehmen, wenn der Braumeister Geschäftsführer bei Hotzenblitz gewesen wäre, dann würde heute wohl niemand mehr über VW sprechen. Selten habe ich jemand erlebt, der mit einer solchen Begeisterung von seinem Produkt spricht und dabei die Zuhörer ebenso mitreissen kann. Dass  das Bier zu den saubersten Lebensmitteln gehört, hat man ja schon gehört, aber dass es nicht dick macht (der Braumeister trinkt täglich1 -2 Liter und ist dünn wie ein Spargel) oder es eigentlich eine Arznei ist, war da schon verwunderlicher. Und  Bier in grünen Flaschen eigentlich nur noch zum Ausschütten taugt, war mir neu. Die obligatorische Verkostung wurde zum Geschmackserlebnis und alle, die sich im Lieferbereich der Brauerei befinden, beneidet. Nach einem deftigen Vesper und dem Verkosten weiterer Biersorten ging es zurück nach Dogern und später, bei dem ein oder anderen sogar viel später, ins Hotel.

Der Samstag startete mit einem gemeinsamen Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen liess. Einzig der Nebel rings um die Gemeindehalle störte noch ein wenig. Doch mit dem Frühstück ging im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne  auf. Bei den Teilnehmern ebenso wie am Himmel und ein Tag wie aus dem Bilderbuch lag vor uns. Was war natürlich sofort zu tun? Verdeck auf und Türen raus. Und dann war es tatsächlich soweit, 25 Hotzenblitze (einige waren noch am späten Freitagabend angekommen) machten sich im Korso auf den Weg von Dogern nach Laufenburg in der Schweiz. Dieser Anblick war so einmalig, das sich keiner dem Zauber entziehen konnte. Robert Lohrer, der seit Wochen intensiv auf diesen Augenblick hingearbeitet hatte, schwebte vor lauter Glücksgefühl. Und wer seine Statur kennt, der weiss, wie glücklich er gewesen sein muss, um schweben zu können. Auf dem Weg nach Laufenburg wurde jeder noch so kurze Halt für ein Fotoshooting genutzt, die Passanten kamen aus den Türen gelaufen, man winkte und hupte und der Bürgermeister von Dogern regelte den Verkehr. Nach einigen Aufnahmen für das Fernsehen fuhren wir über Laufenburg zum Kernkraftwerk Leibstadt in der Schweiz. Dem bis dahin ungehindert sich ausbreitenden Glücksgefühl wurde nun ein deutlicher Dämpfer verpasst. Es stellt sich sogar ein bedrückendes Gefühl ein beim Anblick des riesigen Aufwandes, der man betreiben muss, um das Kernkraftwerk vermeintlich sicher zu machen. Da half es auch wenig, dass es auf Grund der jährlichen Revision gar nicht in Betrieb war. Das mulmige Gefühl blieb. Und die Erkenntnis, dass die sauberste Energie die ist, die nicht erzeugt werden muss. Energiesparen sollte Volkssport Nummer eins werden. Wie viel wohler fühlten wir uns danach wieder in unseren Hotzenblitzen, zumal wir nun zur europaweit ersten Passivhaus-Schule in Waldshut fuhren. Beeindruckend, wie viel Energie man sparen kann, wenn man sich beim Bau einige Gedanken macht.

Ihr glaubt, das bis hierher erlebte wäre nicht mehr zu übertreffen? Ihr kennt unsere Gastgeber nicht. Nicht nur die kulinarischen Genüsse des Samstagabend waren herausragend, nein auch die kulturellen. Klavierkonzert, Jazz, Pop und ein Schlagzeuger, der die Halle zum kochen brachte. Denn nicht nur, dass Robert Lohrer neben seiner Tätigkeit beim Hotzenblitz-Service und seiner Tätigkeit in der Schule auch noch das Hotzenblitz -Treffen organisiert, nun sitzt er auch noch am Schlagzeug und begeistert ein ums andere mal mit einem Solo oder auch mit gekonnten gesanglichen Einlagen. Ausserdem erlebten wir noch einen Vortrag zur Historie des Hotzenblitzes, einen Vortrag zum Fahrzeugmuseum in Suhl, Gesangseinlagen eines Dogerner Originals incl. seiner Auftritte als Nachtwächter und die Geburtsstunde der ersten Internetseite nur für Hotzenblitz-Fahrer. Zum Schluss waren wir uns einig Dogern, do isch man gern.

Wer am Sonntag in die wehmütigen Gesichter der Hotzenblitz-Freunde sah, dem wurde klar, warum es nun doch anfangen musste zu regnen. Wir alle waren mit Vorfreude und sicher auch mit einigen Erwartungen nach Dogern gekommen, aber was uns an diesen drei Tagen geboten wurde war einfach phantastisch. Ich ziehe den Hut vor den Organisatoren, danke ihnen noch einmal ganz herzlich für ihre Arbeit, danke allen, die teilgenommen haben und damit diese Veranstaltung zu einem Erlebnis werden liessen, von dem ich meinen Enkeln noch erzählen werde. Und bei all dieser Begeisterung, trotz Reichweitenproblemen, langen Ladezeiten oder geringen Laufleistungen der Batterien, fällt das Fazit eindeutig aus:

„Elektroauto : und es funktioniert doch!“


Aktualisiert am 06.04.2007

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